Wenige sind abgesiedelt – Wir brauchen Lösungen für die Mehrheit! 

Mehr als drei Jahre sind vergangen seit dem verheerenden Hochwasser 2013. Bisher wurden nur die Absiedlungspläne der OÖ Landesregierung umgesetzt. Die brachten aber nur für eine kleine Minderheit der hier lebenden Menschen eine Lösung.

Für uns war das abzusehen. Daher haben wir vor knapp zwei Jahren einen interdisziplinären, überregionalen Masterplan zur Lösung der Hochwasser-Problematik im Eferdinger Becken vorgestellt. Wir wollten einfach nicht nur Fehlentwicklungen kritisieren, sondern zeigen, dass es besser geht, als sich das LH Pühringer, LR Anschober, LR Podgorschek und die Herren in den Ministerien vorstellen.

Etliche Diskussionen später und um viele Erfahrungen reicher, sind wir mehr denn je überzeugt, dass

  1. die Menschen im Eferdinger Becken bessere Lösungen brauchen und
  2. dass  „die da oben“ von selber leider nicht bereit sind, das Beste zu beschließen

Gerade weil es einige Politiker nicht hören wollen, wir deswegen sogar der Lüge bezichtigt wurden(!), müssen wir es umso lauter sagen: Es wurde nach wie vor keine einzige Maßnahme umgesetzt, die unser Überflutungsrisiko senken würde. Im Gegenteil: das Risiko wurde sogar künstlich erhöht!

Vergessen und verdrängen ist keine Lösung. Es wird wieder ein Hochwasser kommen, es wird wieder tausende Menschen betreffen. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Das einzige, was wir nicht wissen, wann es wieder soweit ist. Und es wird wieder nichts geschehen sein, außer wir  Bürger fordern von unseren Politikern und Beamten Lösungen ein

Ohne unseren Druck beschließen „Die da oben“ nicht die besten Lösungen

Viele ansonsten zufriedene Pühringer Fans, im Herzen Grüne, aber auch etliche SPÖ Sympathisanten und zunehmend auch FPÖ Wähler aus dem Eferdinger Becken haben erkennen müssen, dass selbst in Sachfragen, die gar nichts mit einem links/rechts Denken oder bestimmten „Lagern“ zu tun haben, nicht nach dem Kriterium „Was ist das Beste für die Betroffenen?“ entschieden wird. Es gab keine Befragungen. Es geht auch nicht ums Geld. Kein einziger Politiker hat uns gefragt: „Was würden denn Eure Vorschläge kosten? Wären die billiger oder teuerer als das, was wir vorhaben?“.

So wie es bei uns ankommt, geht es bei politischen Entscheidungen fast ausschließlich darum:

  • Wer [welcher Experte] nimmt mir [als Politiker] die Verantwortung für die Entscheidung ab?
  • Was macht uns [den Politikern] am wenigsten Mühe?
  • Was sorgt dafür, dass die [wir Betroffenen] so schnell wie möglich eine Ruh geben?

Sie wollen ihre Ruh!

Wenn ein Bürgermeister es ganz normal findet, die Pläne zum Hochwasserschutz, die uns alle betreffen, monatelang geheim zu halten und hinter verschlossenen Türen zu behandeln, dann wahrscheinlich auch, weil er vor allem (im stillen Kämmerlein) seine Ruh haben will.

Wenn wir das dann Geheimniskrämerei nennen und Veröffentlichung fordern, dann ist diese Ruhe halt so empfindlich gestört, dass das sogar als Verleumdung empfunden wird. Diese Empfindsamkeit entsteht wahrscheinlich aus dem Auftrag von oben, dafür zu sorgen, dass SIE ihre Ruh haben.

In einem Partei-Mitteilungsblatt vom Juli 2016 lesen wir:

Jeder, der schon einmal 10 Minuten untätig verbracht hat, weiß aber, dass sich wegen der verstrichenen Zeit allein gar nichts ändert. Da muss schon irgendwer etwas tun! Also was bedeuten diese Zeilen wirklich?

Dazu ein kleiner Tipp: Im obigen Text „Zeit“ (Vergangenheit und Zukunft) durch „hohe Politik“ ersetzen und schon wird klar, was wirklich gemeint ist:

Leute sagt zu Allem Ja und Amen!

Die hohe Politik tut ohnehin mit uns, was sie will!

Das nehmen wir aber so nicht hin.

Sie werden gewählt und gut bezahlt um für uns zu arbeiten!

Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern: Immer weniger Menschen lassen sich mit Floskeln abspeisen und meinen: In einer Demokratie werden Politiker fürs Arbeiten gewählt, nicht damit sie ihre Ruh‘ haben. Also halten wir es mit dem Sänger Bob Dylan. Der meint: The Times they are a changing! (Deutsch: Die Zeiten ändern sich)

Kommt versammelt euch Leute, wo immer ihr euch rumtreibt
und gebt zu, dass das Wasser um euch gestiegen ist [ein wahrer Prophet dieser Dylan!].
Und akzeptiert, dass ihr bald bis auf die Knochen durchnässt seid.
Wenn euch eure Zeit etwas wert ist,
dann fangt ihr besser an zu schwimmen, oder ihr sinkt wie ein Stein,
denn die Zeiten ändern sich.

Wir brauchen bessere Lösungen!

Stand heute, soll die sogenannte gelbe Zone „freiwillige Absiedlung“ noch einmal massiv erweitert werden, obwohl wir aus den Erfahrungen des Vorjahrs wissen, dass „die Chance, sich aus der Gefahrenzone heraus zu entwickeln“, wie es Mag. Weingraber genannt hat, nur für eine Minderheit eine Option ist.

Absiedlungsförderung ist keine Lösung für alle, sondern eine Schuldenfalle für viele!

Wer absiedeln möchte, stellt schnell fest, dass die Absiedlungsförderung alles andere als ein Geschäft ist. Vielmehr muss sich in Schulden stürzen, wer woanders gleichwertig wohnen möchte (siehe auch OÖN). Die Landes-Politiker haben damit vielleicht ihre Ruh, aber ob die Betroffenen mit so einem Schuldenberg in den nächsten 20 Jahren bei steigenden Zinsen ruhig schlafen können, interessiert sie nicht.

Dämme lösen auch nicht alle Probleme

Und was ist mit denen, die wahrscheinlich einen Damm bekommen? Der Damm ist schon sinnvoll, aber er schützt nicht vor Hochwasser, das höher als 2013 ist und der Damm wird auch niemanden vor Grundwasser im Keller schützen. Aus diesem Grund brauchen wir alle gemeinsam weitere, bessere Lösungen. Ganz egal ob wir in der gelben oder in der blauen Zone hinter einem Damm leben werden.

Bestrafung Unschuldiger geht weiter. Das war und ist ein Skandal!

Wer weder absiedeln kann, noch einen Damm bekommt, wird ohne eigene Schuld durch die derzeitige Politik mit Enteignung bestraft. Das ist einfach ein Skandal.

Denn auch wer da bleibt und nicht absiedelt, über den wird ein Bauverbot, über seinen teuer erworbenen Baugrund verhängt. Einfach: Pech gehabt, nichts mehr wert.

  • Wollte sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen? Pech gehabt!
  • Für die Kinder erworben, damit sie einmal in der Nachbarschaft leben können? Pech gehabt!
  • Möchte ein bestehendes Haus mit sinnvollen Eigenschutz-Maßnahmen Hochwasserfest machen? Auch Pech gehabt!

Sinnvolle Vorschläge zur Reduktion des Hochwasser-Risikos für diese Menschen wurden bisher ignoriert. In der Sprache des Wasserrechts heißt das dann:

"Dafür gibt es keinen Konsenswerber"

Auf gut Deutsch. Niemand schert sich drum.

Deshalb: Um unsere eigenen Angelegenheit müssen wir uns selber kümmern.