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Ergebnispräsentation der „Taskforce Donau“ am 3.5.16

Ein vom BMLFUW (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) gegründeter Arbeitskreis „Taskforce Donau“ beschäftigte sich in insgesamt 16 Sitzungen mit den Themen

Zu insgesamt 16 Sitzungen hat man sich getroffen.

Eine „Taskforce“ gründet man normalerweise dann, wenn man

 

in einer gemeinsamen Anstrengung ein kritisches Problem lösen will.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Gelöst, hat diese Taskforce Donau gar nichts.

Lest hier, was herausgekommen ist!

 

 

Zum Thema Sedimente: Die Taskforce bestätigt Masterplan der Initiative

In unserem Masterplan haben wir schon 2014 gefordert, dass Maßnahmen gegen die Anlandung von Sedimenten (Schotter, Sand und Schlamm)  in den Stauräumen ergriffen werden.

Es ist ja nicht wirklich überraschend, dass in ein Glas weniger Wasser hineinpasst, wenn es schon zur Hälfte mit Sand gefüllt ist.

Der allseits bekannte Ministerialrat DI Flicker

 hält offensichtlich nicht viel von solchen Hausverstand-Überlegungen, denn sein Vortrag war vor allem dazu angetan allen Anwesenden zu beweisen, dass sie zu unwissend sind um die Materie zu verstehen .

Andererseits hat er am 03.05.2016 wieder allen Ernstes behauptet, dass Anlandungen keinen Einfluss auf die Wasserspiegel bei Hochwasser hätten.

In der Diskussion hat dann unser Sprecher Dr. Zincke darauf hingewiesen, dass sich der Sachverständige Hr. Flicker irrt und Prof. Theobald

 in seinem Bericht für den Stauraum Ottensheim eine Wasserspiegel-Erhöhung von bis zu 75cm durch Anlandungen ausweist.

Prof. Theobald hat dann (aus unserer Sicht) etwas unglücklich Stellung bezogen, indem er gemeint hat, die Abflussmenge würde auch bei Anlandungen gleich bleiben und die 75 cm würden nicht stimmen.

Wissenschaftler argumentieren tatsächlich manchmal überkorrekt aber unglücklich. Es stimmt zwar, dass mehr Sand und Schlamm in der Donau nichts an der Wassermenge ändern, aber es ging ja um die Höhe des Wasserspiegels und nicht um die Menge.

Für uns ist die Höhe der Pegelstände viel wichtiger, weil sie bekanntlich dafür verantwortlich ist, *wo* diese Abflussmenge vorbeirinnt. Ein halber Meter mehr oder weniger an der Überströmstrecke macht für uns alles oder nichts aus! Für unaufmerksame Zuhörer ist aber leider wahrscheinlich hängen geblieben „Sedimente im Stauraum … ändern nichts…“

 

Theobald bestätigt Initiative: Sedimente führen zu höheren Wasserständen

In der Pause drauf angesprochen, warum er die 75cm bestritten hat, denn in seinem Bericht  (z.B. S. 30 Abbildung 5.10 in http://www.anschober.at/fileadmin/user_upload/Bilder/Wasser/Hochwasser_Downloads/07_2015_WBO_Bericht-Donau-OOE.pdf ) kann man sehr wohl die 75cm ablesen. Da hat Theobald gemeint: Es ginge ihm nur um die Zahl 75, weil sie nur bei maximaler Anlandung herauskommt. Es stimme schon, dass die Sedimente die Wasserspiegel signifikant erhöhen. Nur seien es auf Basis tatsächlich gemessener Daten zur Anlandung an der Überströmstrecke weniger als 75cm (Anm.: Im Bereich 40-50 cm).

Ob es jetzt 75 oder 50cm sind: Tatsache ist: Theobald bestätigt unseren Masterplan! Je weniger Sedimente im Fluss sind, desto niedriger die Wasserspiegel und desto niedriger die Hochwassergefahr.   

Hr. Hofrat Fenzl von der Hydrographie Oberösterreich hat die Gelegenheit benutzt, um das neue Online Pegel-Info System der OÖLRG zu loben. Es stimmt zwar, dass es nun zuverlässiger sein dürfte, aber wir werden bei der nächsten Besprechung seinen Landesrat schon fragen müssen:

Wie es denn sein kann, dass die

  • Pegelwerte in Bayern maximal 15 Minuten alt sind und bei
  • unserem „Online“ System die Daten 1 ½ Stunden alt sind?

Was passiert in diesen 1 ½ h mit den Messwerten? Muss da womöglich die Zensur eingreifen, damit die „Bevölkerung nicht beunruhigt“ wird?

Bei aller Höflichkeit und noblen Zurückhaltung der Beteiligten ist sehr deutlich herausgekommen, dass in der Taskforce heftige Diskussionen geführt worden sind. Insbesondere Univ.Prof. Habersack

hat anklingen lassen, dass er in vielen Punkten anderer Meinung war, als Hr. Flicker, was man auch aus dem Protokoll klar herauslesen kann.

Hr. Bgm. Allerstorfer, hat die Arbeit der Taskforce in seiner Begrüßungsansprache ausdrücklich gewürdigt. Er war in etwa der Hälfte der 16 Sitzungen , Hr. Stirmayr in etwa 2/3 der Sitzungen dabei. Zuvor traf man sich in kleinerem Kreis (Ministerium, OÖLRG und Verbund - ohne einen Vertreter der betroffenen Gemeinden und ohne die Professoren Habersack und Theobald):

28. Oktober 2013: Mag. Katharina David (BMLFUW, Wasserrechtsbehörde)
DI Peter Flicker (BMLFUW, Wasserrechtsbehörde)
Mag. Christoph Cudlik (BMLFUW, Verwaltungspraktikant)
Mag. Dr.Thomas Uebe (LReg OÖ, Verfassungsdienst)
Dr. Peter Anderwald (LReg OÖ, Abt. Oberflächengewässer)
DI Heinz-Peter Allmer (VHP)
Dr. Reinhard Drechsler (VHP)


12. November 2013: Mag. Katharina David (BMLFUW, Wasserrechtsbehörde)
DI Peter Flicker (BMLFUW, Wasserrechtsbehörde)
Mag. Christoph Cudlik (BMLFUW, Verwaltungspraktikant)
DI Norbert Wohlschlager (LReg OÖ, Abt. Oberflächengewässer)
Dr. Peter Anderwald (LReg OÖ, Abt. Oberflächengewässer)
DI Heinz-Peter Allmer (VHP)
Dr. Reinhard Drechsler (VHP)

In der Diskussion ist Hr. Flicker noch mit der Aussage aufgefallen, dass es heute nicht mehr Bodenerosion und Sediment-Eintrag gäbe als früher, was bei Hr. Soriat vom Dachverband Donau auf massives  Unverständnis gestoßen ist. Warum aber Hr. Flicker der Sofortmaßnahmen-Empfehlung „Abschwemmungsreduktion in der Landwirtschaft“ der Taskforce zugestimmt hat, wenn das angeblich eh kein Problem sein soll, bleibt ein Rätsel.

In der Pause noch einmal von Martina auf die Sedimente angesprochen, meinte Hr. Flicker, dass es bei Hochwasser egal wäre, ob unten am Grund Sedimente liegen oder ob dort Wasser ist. Ob er sich die Mühe gemacht hat anzuschauen, wie die hydrologischen Modelle von Prof. Theobald aufgebaut sind? Da wäre er draufgekommen, dass das falsch ist. Der Querschnitt und damit die Tiefe des Flussbettes spielt eine sehr große Rolle. Vereinfacht gesagt: Je tiefer ein Fluss, desto schneller kann (bei gleichem Gefälle) das Wasser fließen. Je schneller es fließt, umso mehr kann abtransportiert werden bevor es über die Ufer tritt. So etwas müsste ein „Amtssachverständiger“ eigentlich wissen.

 

Einstimmigkeitsprinzip schiebt wirksame Maßnahmen auf die lange Bank

Da man offensichtlich trotzdem ein einstimmiges Ergebnis der Taskforce erzwingen wollte, hat man alle gegen die Sedimente wirksamen Maßnahmen in die Kategorie 4 (muss noch geprüft und untersucht werden) geschoben und es wurde *keine einzige* Maßnahme die unmittelbar gegen die Sedimente in den Stauräumen wirken würde, zur sofortigen Umsetzung empfohlen.

Soweit, so schlecht.

Aber es ist auch so: Die Taskforce empfiehlt *einstimmig*, dass eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Entfernung von Sedimenten konkret weiter untersucht werden sollen. Da eine derartige Empfehlung sinnlos wäre, wenn die Anlandung von Sedimenten egal wäre und Sedimente keinen Schaden anrichten würden, können wir Folgendes feststellen:

Die Taskforce hat damit einstimmig festgestellt, dass etwas gegen Sedimente getan werden muss.

Genau das, was auch in unserem Masterplan drinsteht.

Und das ist ja auch ein Ergebnis. Offenbar muss man in Österreich bescheiden sein .

 

Zum Thema Vorabsenkung, Spitzendämpfung und Kettenstauregelung: Taskforce klärt das wahre Optimierungspotenzial nicht!

Der Endbericht der Taskforce zu diesem Thema liegt noch nicht vor. Bei der Tagung am 3.5.2016 wurde aber anhand von Folien gezeigt, was im Endbericht drin stehen wird. Wir werden den Endbericht natürlich dann genauer analysieren.

Ein Hr. DI Winkler von der NÖ LRG hat eine Zusammenfassung präsentiert. Er meint darin, es sei könne nur ein geringer Anteil des in der Studie von Theobald identifizierten Potenzials genutzt werden und es werden keine vielversprechenden Möglichkeiten gesehen Hochwasserscheitelabflüsse unterstrom der Kraftwerke zu reduzieren (S.13 in http://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/DokumenteAbt_W/SW_Winkler_TaskForceDonauWehrbetriebsordnungenSchlussfolgerungen.pdf).

Auf meinen Einwand, dass man das wahre Potenzial bei dieser Tagung in Wahrheit gar nicht auf den Tisch gelegt habe, weil die Theobald Studie nur ein Kraftwerk von 40 möglichen Kraftwerken vor dem Eferdinger Becken am Inn betrachtet hat, kam von Theobald nur die Antwort, man könne die positiven Effekte des vorzeitigen Wiederanstaus bei einem Kraftwerk nicht einfach für mehrere addieren.

Damit hat er wissenschaftlich zwar recht, es bedeutet aber auch, dass mein Einwand stimmt! Denn wenn das Gesamtpotenzial sich nicht aus einer einfachen Addition ergibt, was ist es dann?

 

Die Taskforce kennt in Wahrheit das Potenzial einer vernünftigen Kettenstauregelung nicht.

Auf den Einwand unseres Sprechers, Prof. Theobald habe nicht die maximal mögliche Vorabsenkung in Aschach untersucht, sondern nur eine Absenkung auf den in der WBO vorgesehen Wert, kam die Antwort, eine tiefere Absenkung würde kaum zusätzliches Volumen frei machen.

Zumindest theoretisch hätte man aber 2013 um weitere 5 Meter (!) tiefer absenken können.

 

(nämlich auf das Niveau des Unterwassers. Siehe obige Ganglinien aus 2013)

  

Taskforce untersucht wichtige Frage nicht

Wenn eine weitere Absenkung um 5m wirklich kein weiteres freies Volumen bringen sollte, dann muss man doch die Frage stellen, woran das liegt ! Diese Frage wurde nicht beantwortet. Es muss aber an den Sedimenten liegen, die sich im Stauraum angelagert haben.

Ein weiterer Beweis dafür, dass Sedimente das Hochwasser-Risiko erhöhen, weil sie sehr wohl die Wirksamkeit sinnvoller Dämpfungs-Maßnahmen reduzieren!

 

Das wahre Potenzial ergibt sich mit voller Absenkung und Entfernung der Sedimente. Das wurde aber nicht untersucht.

Eine wirkliche Diskussion war in der Veranstaltung nicht möglich. Denn es konnten nur einzelne Fragen gestellt werden.

Der Vortrag von Hr. DI Godina vom BMLFUW über Hochwasser-Prognosen ( http://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/DokumenteAbt_W/SW_Godina_HydrologischePrognosen.pdf ) war zwar interessant, aber irrelevant, denn Prof. Theobald hat in seinem Vortrag ja klar gesagt (S.15 in http://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/DokumenteAbt_W/SW_Theobald.pdf ), dass man für Vorabsenkung keine Prognosen, sondern Messwerte braucht.

Hr. Reichel (früher bei der Verbund-Tochter PÖYRY , der wir eine Reihe von Analysen nach dem Hochwasser verdanken, ist nun selbständiger Berater) hat uns in 24 Folien (http://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/DokumenteAbt_W/SW_Reichel_RetentionanderoesterreichischenDonauTaskForceDonauHochwasserspitzendaempfungdurchVorabsenkung.pdf ) erklären wollen, was alles nicht geht.

Bemerkenswert z.B. S.7 – hier werden die Vorgaben beim Bau der Kraftwerke angeführt und – geflissentlich der Hochwasserschutz ausgelassen. Die Aussage auf S.9 dass es keine „aktive Einflussnahme“ auf die  Überströmstrecken gäbe…Wir wissen es besser: Der Wasserstand an den Überströmstrecken wird vom Wehrbetrieb am Kraftwerk gesteuert. Wie der aussieht, ist in der Wehrbetriebsordnung des Kraftwerkes (WBO) festgelegt. Die „aktive Einflussnahme“ findet damit durch Hr. Flicker und Kollegen Jahre vor dem Hochwasser statt.

Interessant aber seine Aussage, dass die Überflutung des Eferdinger Beckens 2013 generell von unten begonnen hätte, lange bevor die Überströmstrecken angesprungen wären. Schuld daran wäre die „Wilheringer Enge“. Auf den Einwand aus dem Publikum (Hr. Rammerstorfer aus Goldwörth), wie denn das sein könnte, wo es doch oberhalb des Eferdinger Beckens auch jede Menge Engstellen gäbe, hatte dann Hr. Reichel keine logische  Antwort. Zum Vergleich: links Wilhering und rechts Engelhartszell im gleichen Maßstab:

 

Da würde man doch meinen, in Engelhartszell (wo jedenfalls 2013 unser Hochwasser herkam) ists enger als in Wilhering. Und lieber Hr. Reichel, spielt da nicht auch noch die Wassertiefe eine Rolle?

Dass der Pegel Wilhering aber im Rückstaubereich von Asten/Abwinden liegt, spielt für Hr. Reichel offensichtlich keine Rolle…

 

Diskussion um Prognosequalität und optimalen Zeitpunkt des Wiederanstaus geht ins Leere

Hr. DI Winkler von der NÖ LRG argumentierte in seiner Präsentation (http://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/DokumenteAbt_W/SW_Winkler_TaskForceDonauWehrbetriebsordnungenSchlussfolgerungen.pdf ) auf S.6, dass die vorhandenen Prognosen den Scheitelzeitpunkt zu ungenau angeben, um den Zeitpunkt für den Wiederanstau optimal zu erwischen. Hr. Winkler hat offensichtlich den Bericht von Prof. Theobald nicht verstanden, denn der meint, dass der Wiederanstau nicht durch Prognosen, sondern anhand von konkreten Messwerten oberstrom gesteuert werden sollte. Somit geht diese Argumentation ins Leere.

Es kann aber niemals ein Grund sein, eine Verbesserung abzulehnen, weil sie in der Praxis nicht optimal funktioniert. Niemand käme auf die Idee im Auto aufs ABS zu verzichten, nur weil heute verfügbare ABS-Systeme den theoretisch optimalen Bremsweg nicht immer erzielen können…?!

Weiters argumentiert Hr. Winkler auf Seite 7, dass es bei Beeinflussung des Hochwasserverlaufs durch Vorabsenkung zu einer zeitlichen Verschiebung kommen und es zu einer Überlagerung der Hochwasserwelle mit denen der Nebenflüsse kommen könne.

Einmal davon abgesehen, dass die dargestellte Grafik auf Seite 7 die falschen Daten darstellt und einen Vergleich der Abflusskurven mit und ohne Vorabsenkung nicht zulässt, ist das in Wahrheit ein Argument für eine intelligente Steuerung, denn zu Überlagerungen kommt es in der Natur auch ohne jeden menschlichen Einfluss. Wenn ich die Kraftwerke aber intelligent steuere, dann kann ich eine Überlagerung allenfalls verhindern.

 

Verbesserung – Nein danke!?

Die Aussage ein „Verbesserungsgebot ist im Wasserrecht nicht vorgesehen“ (S.10) muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen!

Selbst wenn zweifelsfrei geklärt ist, wie der Verbund Hochwasser dämpfen und Katastrophen verhindern kann, muss er das rechtlich nicht tun!

Wenn mein Nachbar von der Leiter fällt, bin ich als Zeuge gesetzlich zur Hilfeleistung verpflichtet. Aber wenn eine große Katastrophe eintritt, gibts keine Verpflichtung?

Gibt es eine sinnlosere Gesetzgebung?

Kommt da keiner in der Taskforce drauf, dass dieses Wasserrechtsgesetz umgehend geändert werden muss? Da kann man sich als Bürger nur denken: In Wahrheit ist denen alles schlicht und einfach wurscht . Hauptsache der eigene Sessel bleibt warm und trocken und die Kohle wandert brav regelmäßig aufs Konto.

In der Zusammenfassung des Herrn DI Winkler lesen wir dann völlig unbegründete Aussagen wie die Folgende: „Die übrigen Stauräume kommen entweder aufgrund ihrer Größe oder der vorhandenen Überströmstrecken nicht in Frage.“ .

Das ist schlicht und einfach falsch!

Einerseits zeigt die im Bericht zitierte(!) Untersuchung aus 1999 sehr deutlich, dass nicht nur im Stauraum Aschach Potenzial steckt.

Und wenn wir lesen „In Abwägung von Vor- und Nachteilen werden dadurch keine erfolgsversprechenden Möglichkeiten gesehen die Hochwasserscheitelabflüsse unterstrom der Kraftwerke zu reduzieren.

Dann schauen wir doch nach, was da abgewogen wurde:

  • Hr. Winkler meint (auf S.11 „Bewertung der Vor- und Nachteile“) man braucht eh keine Vorabsenkung weil „HW Schutz auf HQ100 ausgelegt,… daher sind Maßnahmen nur vereinzelt für Objekte hilfreich“. Glaubt er im Ernst, dass bei uns bereits alle Häuser gegen ein HQ100 geschützt sind? In Niederösterreich vielleicht, aber bei uns?  Willkommen in der Realität im Eferdinger Becken, Hr. Winkler!
  • Dann: „Erforderliche Prognosen stehen nicht zur Verfügung“. Warum das irrelevant ist, haben wir schon oben beschrieben.

Das war es dann auch mit der „Abwägung“! Denn „günstige/ungünstige Überlagerung mit der Traun und Enns“ ist kein Argument! Weder für noch gegen irgendetwas.

Und zur Aussage „Komplexe, über Jahrzehnte aufgebaute Zusammenhänge mit vielen eingebundenen Organisationen (Feuerwehr, Zivilschutz, Hochwasserschutz,…) können negativ beeinträchtigt werden“ auf S.11 fehlen jegliche Begründungen.

Was bitte, Herr Winkler, wird negativ beeinträchtigt, wenn die Hochwasserspitze gedämpft wird ? Zeigen Sie uns die Feuerwehr, die damit ein Problem hat !

Wer lieber eine Katastrophe verwaltet, als eine Katastrophe zu verhindern versucht, hat in einer Taskforce, - die, erinnert Euch: „in einer gemeinsamen Anstrengung ein kritisches Problem lösen“ sollte - nichts verloren!

Wer mit solchen Argumenten, realitätsfernen Begründungen, Pseudo-Bewertungen, schlampigen und irrelevanten Argumenten arbeitet, darf sich nicht wundern, dass er den Eindruck vermittelt, dass uns hier eine Show geboten wurde, die nur dazu dienen sollte, Forderungen nach längst fälligen Verbesserungen abzuwiegeln .

 

Unterm Strich auch mal was Positives

Das einzig positive Ergebnis der Taskforce zum Thema Vorabsenkung scheint zu sein, dass man eine weitere Untersuchung des Feldkirchner Modells (S. 12), das einen verzögerten Einsatz der Überströmstrecken vorsieht und sowohl zu einer verbesserten Retentionswirkung, als auch einer Reduktion der Überflutungsgefahr von unseren Siedlungen führen kann,  als sinnvoll erachtet.

Prof. Habersack hat uns zur Zusammenarbeit eingeladen.

Ich denke, dass er daran denkt, dass er der Einzige ist, der die-„noch-weiter-zu-untersuchen“-Empfehlungen wirklich ernst nimmt und sich dafür einsetzen will, dass am Ende der Untersuchungen doch noch etwas Nützliches herauskommt.

Wir werden seine Einladung gerne annehmen!