Einige Kommentare zur aktuellen News-Lage:

Von Gerald Zincke:

Das Blatt beginnt sich zu wenden.

Nachdem wir hier in den letzten Monaten die Aussagen der Politiker und Behörden kommentiert haben, beginnen diese nun *uns* zu kommentieren. Und das ist gut so! Lächelnd

LR Anschober: "Leider ist Hochwasserschutz nicht so einfach", und meint damit unsere Aussage bei der Konferenz mit LH Pühringer am 24.2., wonach man allein mit den ersten beiden Maßnahmen unseres Masterplans, nämlich mit der Korrektur der fehlerhaften Wehrbetriebsordnung in Asten und mit intelligenter Vorabsenkung der Kraftwerkskette die gröbsten Auswirkungen des Hochwassers 2013 verhindern hätte können.

Woher er das weiß, sagt Hr. Anschober allerdings in der Presseaussendung nicht. Vielmehr gibt er ein paar Zeilen weiter zu, dass er es in Wahrheit doch nicht weiß, weil das doch erst der Hr. Prof. Theobald in seiner Studie klären müsse.

Warum er aber dennoch glaubt, uns sicherheitshalber ausrichten zu müssen, dass wir die Welt zu einfach sehen würden - wir wissen es nicht.

Nun, wenn Prof. Theobald alle verfügbaren Daten auswertet, dann wird er rasch feststellen, dass die WBO Asten die Auflagen der wasserrechtlichen Bewilligung des KW Asten verletzt und daher fehlerhaft ist.

Dazu geben wir ihm hier einen Tipp (den er aber hoffentlich eh nicht nötig hat):

  1. Bei Hochwasser steuert die WBO das Kraftwerk so, als ob es nicht da wäre (und erfüllt damit eine Auflage aus der wasserrechtlichen Bewilligung)
  2. Die unterhalb Asten abfließende Wassermenge war beim Hochwasser über viele, viele Stunden wesentlich kleiner als die zufließenden Wassermengen (von Donau und Traun)

Preisfrage 1: Kann 1) wahr sein wenn 2) gemessen wurde?

Es tut uns leid. Aber was können wir dafür, dass die Antwort einfach ist, Hr LR Anschober?

OK, aber was hat das jetzt mit dem Eferdinger Becken zu tun? Hat das was damit zu tun, dass der Pegel in Ottensheim wesentlich stärker gestiegen ist, als der unterhalb von Asten (der über lange Zeit fast konstant blieb)?

  1. Nein, die Wilheringer Enge ist daran schuld. Die Differenz zwischen zufließenden und abfließenden Wassermengen spielt überhaupt keine Rolle und dürfte verdunstet sein.
  2. Ja, der Pegel in Ottensheim ist wesentlich stärker gestiegen als der unterhalb von Asten, weil die Differenz zwischen zufließenden und abfließenden Wassermengen irgendwo hin musste (nämlich zurück ins Eferdinger Becken)

Preisfrage 2: Trifft 1) oder 2) zu ?

Es tut uns wieder leid, Hr. LR Anschober. Für Fans des Hr. MR Flicker, seiner WBO 2008 und der Wilheringer Enge ist das jetzt auch wieder leicht zu beantworten. Für Masterplan-Fans ist es aber genau so leicht. Halt mit anderem Ergebnis.

Prof. Theobald wird übrigens mit Sicherheit in seiner Studie nichts über die Wirksamkeit der intelligenten Vorabsenkung einer Kraftwerkskette herausfinden, denn sein Auftrag ist auf das KW Aschach beschränkt. Diese "Kette" ist nämlich eindeutig zu kurz.

Die Berechnung der Wirksamkeit der Vorabsenkung einer Kraftwerkskette hingegen ist weniger einfach, aber wir waren zumindest in der Lage das grob abzuschätzen was sich mit 5 Donaukraftwerken von denen wir die wichtigsten Daten haben (Aschach bis Persenbeug) machen lässt.

  1. Das Eferdinger Becken hat 60 km². Angenommen es wäre beim HW 2013 im Schnitt 2m hoch überschwemmt worden (was es bei weitem nicht war). Dann ergibt das 120 Mio m
  2. Die 5 Kraftwerke bieten ein *nutzbares* Retentionsvolumen von 274 Mio m³

Preisfrage 3: Wieviele Eferdinger Becken hätte man mit diesem Retentionsvolumen beim HW 2013 trocken halten können ?

Hr. LR Anschober: Wir geben es zu, das war jetzt auch wieder nicht schwierig. Aber was soll man machen. So ist das halt mit dem Hochwasserschutz!

Und die letzte Preisfrage 4: Wenn man Vorabsenkung nicht nur mit 5 Kraftwerken macht, sondern mit 20 oder mehr, welchen Effekt hat das dann ?
 a) ....

Es ist halt wir bei der Mathematik-Schularbeit: Wenn man sich auskennt ist es immer leicht. Lächelnd


 

Von Herbert Weissengruber

Das ungleiche Spiel

Wenn man die für „unser Hochwasser zuständigen“ Experten solange kennt, wie ich, dann kann man wenigstens eines sagen: Experten bleiben authentisch, weil sie immer das sagen, wovon sie überzeugt sind. Diese Meinungen bleiben in diesem konkreten Fall, nicht nur auf Expertenebene des Landes OÖ und des Landes Österreich, stets gleich, es verändert sich auch auf der Seite der Experten der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken diesbzgl. nichts!

Das klingt nach der Notwendigkeit, eine „dritte Partei“ einzuschalten, die sich beide Argumente objektiv, und kompetent zur Brust nimmt, und gegebenenfalls eine gemeinsame Lösung, oder auch nur eine der beiden Lösungen, als korrekt beurteilt.

Diese dritte Partei ist in unserem Falle aber genau wieder jene Experten-Ebene des Landes und des Bundes, die in der Causa selbst aber schon Partei ist. Ein kluger Mensch hat diese Situation in folgendes Bild gegossen: „Der Herr Ministerialrat ist nicht nur Stürmer der gegnerischen Mannschaft, er ist auch Schiedsrichter der gesamten Partie!

Da sowohl der Landeshauptmann, als auch der zuständige Landesrat diesem Bild nicht widersprechen konnten, beeilte sich der Landesrat, eine Presse-Aussendung zu machen, die folgende Text-Passage enthält: „Zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen den Expert/innen des Ministeriums und der Hochwasserinitiative betont Anschober, dass diese auch durch die Gutachten von Prof. Theobald von der Uni Kassel mit aufgeklärt werden“.

Na ja! Dann wollen wir einmal hoffen, dass dieser legendäre Professor Theobald unsere Fragen beantworten wird, obwohl wir sie ihm gar nicht persönlich stellen konnten und können! Zwinkernd

Offenbar nimmt der Landesrat für sich in Anspruch, schon im Vorfeld ohnehin alles bedacht zu haben. So lautet das Credo des Landes OÖ unisono: „Wir wissen eh, was wir tun!
Eine Einstellung, die wir von der Initiative her, nicht genau so sehen! Ein amtlich hehrer Ansatz also, der zumindest mir persönlich etwas Skepsis abringt! Sogar ... etwas mehr .... Brüllend

Wenn z.B. der Landeshauptmann im LT1-Fernsehen folgendes meinte: „Ich mache aufmerksam, dass natürlich der sicherste Schutz nicht ein Damm ist, und nicht Wasserbau-technische Maßnahmen sind, sondern der sicherste Schutz ist nun einmal die Absiedlung!“, dann folgern wir, weil wir eher logisch, denn ideologisch denken, Folgendes daraus:

  • „Wir machen aufmerksam, dass natürlich der sicherste Schutz vor einem Autounfall natürlich nicht das ABS ist, und nicht der Airbag, oder die Servolenkung, sondern der sicherste Schutz ist nun einmal nicht mit dem Auto zu fahren!“

LHs Ansicht scheint uns doch eine eher weltfremde Sicht der Dinge zu sein, die wir, als Initiative wohl nie so übernehmen werden.

Mit der Verbreitung von äußerst „Semantik-kreativen“ Interpretationen des Masterplans der Initiative tut sich auch immer wieder der zuständige Landesrat hervor.

  • Wenn er sinngemäß sagt: „Wenn jemand 100%-igen Schutz vor dem Hochwasser verspricht, dann muss ich widersprechen!“, und dabei eindeutig auf die Initiative reflektiert, dann müssen wir umgehend widersprechen! Niemals hat die Initiative irgendjemandem und irgendwo 100%-igen Hochwasserschutz angepriesen.
  • Diese – unwahre – Miss-Interpretation des Landesrates müssen wir nicht nur zurückweisen, es würde mich persönlich auch interessieren, ob diese – in meinen Augen Propaganda – bewusst angewandt wurde, oder ob es tatsächlich Verständnis-Probleme beim Lesen des Masterplans gegeben haben sollte?

Ich persönlich möchte mit diesem kleinen Kommentar öffentlich kundtun, dass wir uns sehr, sehr bemühen, äußerst Fakten- und Verstandes-orientiert vorzugehen, und uns Propaganda in keinster Weise interessiert.
Selbiges erwarten wir aber auch von unserem Gegenüber!

In der aktuellen Bezirksrundschau schildert der Artikel:

  • Weshalb in OÖ keine Flutpolder zum Einsatz kommen, die z.B. die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken fordert, begründet Anschober mit der Topologie des oö. Donautales: „Weder im oberen Donautal, noch im Eferdinger Becken gibt es solche freie Flächen".

Liebe Leute! Die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken fordert Flutpolder in jenen Bereichen von Inn, Salzach und Donau, wo diese Möglichkeiten vorhanden sind. Und das Länder-übergreifend!
Niemand hat dabei von jenem Gebiet gesprochen, welches Anschober hier anspricht.

Solche – mE bewussten – Miss-Interpretationen erregen unseren großen Unmut und sind keinesfalls dazu geeignet, Vertrauen in die lokale Politik aufzubauen!

Der Falsch-Informationen nicht genug. An anderer Stelle widerspricht Anschober der – angeblichen – Ansicht der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken, wonach die Maßnahmen 1 und 2 aus dem Masterplan ausreichen würden, ALLE Probleme zu lösen.

  • Da fragt man sich wirklich, ob einem beim Land wirklich zugehört wird, oder ob Politiker nur das hören, was sie gerne hören würden?

Wahr ist vielmehr, dass in der kürzlich stattgefundenen Sitzung beim Landeshauptmann jene zwei Maßnahmen als völlig kostenlose Maßnahmen gekennzeichnet wurden, die also das Land OÖ, bzw. der Bund, sofort, weil kostenlos, umsetzen könnten.

Fakt ist vielmehr, dass die Initiative 14 Maßnahmen zum nachhaltigen Hochwasser-Schutz in diesem Masterplan beschrieben hat, von denen die Maßnahmen 1 bis 4 als die vorrangigsten, weil gravierendsten Maßnahmen in Hinblick auf technische Maßnahmen zu sehen sind.

Gott sei Dank haben wir diese Plattform, damit wir uns gegen Unwahrheiten öffentlich wehren können!