Liebe Nachbarn im Eferdinger Becken, liebe Betroffene des Hochwassers!

Wir haben am Sonntag, den 29.6. in Walding einerseits die Forderungen der Petition vom Dezember 2013 als auch unsere Vorschläge zu Alternativen zum derzeit von Bund und Land verfolgten Entvölkerungsplan zur Diskussion gestellt.

Die Forderungen der Petition fanden einhellige Zustimmung insbesonder haben auch Bgm. Haas und Bgm. Müllner bekräftigt, dass sie die Petition unterstützen.

Im Zuge der Diskussion über bessere Lösungen haben wir unser Verständnis von besseren Lösungen für das Eferdinger Becken dargestellt

  1. Hochwasserhäufigkeit senken
  2. Schäden vermeiden
  3. Folgen mildern

Hochwasser-Schutz Eferdinger Becken Bessere LoesungenBild zur Vergrößerung anklicken

Die Vorschläge wurden mit viel Applaus begrüßt, insbesondere auch der Vorschlag von Herrn Richard Armstark aus Schärding gemeinsam für die Errichtung von Flutpoldern (Rückhaltebecken), wie sie in Bayern bereits gebaut werden auch entlang von Salzach, Inn und Donau einzutreten.

Eine lebhafte Diskussion hat sich mit einigen Personen entwickelt, die angegeben haben, dass sie sofort absiedeln wollen und gar nichts von verbessertem Hochwasserschutz halten.
Der Initiative wurde vorgeworfen, gegen Absiedler aufzutreten.

Vertreter der Initiative haben mehrfach betont, dass wir

  1. respektieren, wenn sich jemand fürs Absiedeln entschieden hat und
  2. wenn nichts anderes hilt, Absiedlung auch für eine mögliche Lösung halten und
  3. für faire Ansiedlungsbedingungen entreten

Diese Personen wollten das leider nicht zur Kenntnis nehmen.

Wir interpretieren das so, dass Personen die sich die Enteignung leisten können und sich schon für das Absiedeln entschieden haben, vielleicht auch schon ein Grundstück ausserhalb des Eferdinger Beckens gekauft haben, Angst davor haben, dass eine öffentliche Diskussion über Hochwasserschutz dazu führen könnte, dass sie das Geld, das sie sich erhoffen, etwas später bekommen. Sie fürchten vielleicht auch, dass wirksam verbesserter Hochwasserschutz dazu führt, dass sie noch einmal den schmerzhaften Entscheidungsprozess "Absiedeln ja oder nein" durchlaufen müssen.

  • Wer darauf drängt "dass das Ganze so rasch als möglich über die Bühne geht" vergisst völlig auf die Interessen derjenigen, die zuerst mal abwarten wollen, was denn eigentlich für den Hochwasserschutz geplant wird, bevor sie sich entscheiden.
  • Er vergisst auf die, die ihre Heimat nicht gerne verlassen, die vielleicht auch nicht so einfach Zusatzkosten von 100.000 Euro und mehr aufbringen können und er vergisst auch, dass 300jährige Hochwasser (wie der Name schon sagt) nicht jedes Jahr kommen, also schon allein aus diesem Grund Eile nicht notwendig ist.

Wir appelieren daher an alle Absiedlungswilligen nicht nach dem Motto "hinter mir die Sintflut" zu handeln, sondern uns bzw. ihre (ehemaligen) Nachbarn viel mehr beim Kampf für einen verbesserten Hochwasserschutz zu unterstützen.

Wir haben auch die Teiilnehmer gebeten ihre Meinung zu den derzeitigen Plänen kundzutun. Natürlich war das keine offizielle Abstimmung und auch keine repräsentative Umfrage. Aber wir finden es doch wichtig, dass

  • 78% meinten: "Ich bin mit dem Entvölkerungsplan unzufrieden möchte aktiv für bessere Lösungen mitarbeiten."
  • 2 Personen meinten "Ich bin mit den derzeitigen Plänen von Bund und Land eigentlich zufrieden und will absiedeln." und
  • 3 Personen: "Ich bin mit den derzeitigen Plänen von Bund und Land eigentlich zufrieden und will aber nicht absiedeln.".
  • Niemand meinte "Ich bin mit dem Entvölkerungsplan unzufrieden verlasse mich aber/vertraue auf die Regierung." . Für uns ist das ein klarer Auftrag weiter die Interessen der Unzufriedenen zu vertreten.

Aber wir sehen darin auch einen Auftrag an unsere Volksvertreter in der Politik, die wahren Interessen der Bevölkerung zu verteten und so das Vertrauen wieder zu gewinnen.

Dr. Gerald Zincke