Forderung 1:

Weg mit der Wehrbetriebs-Änderungen von 2008
für Asten/Abwinden und Ottensheim !

Warum brauchen wir diese Lösung?

Im Jahr 2008 wurden die Stauziele (d.h. der Soll-Wasserspiegel im Stausee) des Kraftwerks Asten/Abwinden angehoben.
Aussagen, das würde sich auf den Wasserstand in Ottensheim nicht auswirken, sind mittlerweile durch Messwerte beim Hochwasser 2013 widerlegt.

Die den Änderungen bei der Wehrordnung zugrundeliegenden Modellrechnungen sind offensichtlich falsch (Fehler etwa 0,6m).

Ein erhöhter Wasserstand in Ottensheim führt zu einem Rückstau der sich sogar mit einer Umkehr der Fließrichtung der Nebengewässer im Eferdinger Becken (Nebenfluter, Innbach, Rodl und Pesenbach die alle knapp unterhalb des Kraftwerks Ottensheim in die Donau münden)  und dem mancherorts sprunghaften Anstieg des Hochwassers ausgewirkt hat.

Weg mit der Wehrbetriebs-Änderungen von 2008 für Asten/Abwinden und Ottensheim !
Donau im Eferdinger Becken (Schema)

Ein erhöhter Wasserstand in Ottensheim führt zu einem Rückstau der sich sogar mit einer Umkehr der Fließrichtung der Nebengewässer im Eferdinger Becken (Nebenfluter, Innbach, Rodl und Pesenbach die alle knapp unterhalb des Kraftwerks Ottensheim in die Donau münden)  und dem mancherorts sprunghaften Anstieg des Hochwassers ausgewirkt hat.

Durch das erhöhte Stauziel in Asten besteht auch ein erhebliches Risiko, dass das Linzer Industriegebiet überflutet wird – mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt (Chemielager!) und Wirtschaft.
Nach Augenzeugenberichten fehlten 2013 nur 5 cm.

Es ist sehr wenigen Menschen bekannt, dass Teile des Industriegebietes so tief liegen, dass sie über Pumpwerke entwässert werden müssen (vgl. Laufkraftwerk Abwinden-Asten)

Offiziell wird die Erhöhung des Stauziels damit begründet, dass so bei Hochwasser mehr Wasser in die Steyregger Au abgeführt werden kann.
Offiziell wird die Erhöhung des Stauziels damit begründet, dass so bei Hochwasser mehr Wasser in die Steyregger Au abgeführt werden kann

Dieser AUSSCHNITT ist aus folgendem VIDEO herausgeschnitten!

Da dieses Ziel auch durch Absenkung der Oberkante der Überströmstrecke oder mit Ausflutungsschiebern erreichbar gewesen wäre (und zwar ohne Risiko für Linz und ohne katastrophale Folgen im Eferdinger Becken) liegen die wahren Gründe für diese Maßnahme wohl anderswo.

Beim Kraftwerk Ottensheim gab es 2008 (wasserrechtliche. Bewilligung; BMLFUW-UW.4.1.11/0129-I/6/2008 vom 09.07.2008) auch Veränderungen die das Eferdinger Becken massiv benachteiligt haben.

Offensichtlich hatten sich die Wasserspiegellagen bei Hochwasser erhöht, was eine natürliche Folge von Sedimentsablagerungen und Anlandungen im Flussbett ist (wenn das Flussbett seichter wird, dann steigt der Wasserspiegel bei gleicher Wassermenge an). Im Amtsblatt der Gemeinde Goldwörth liest sich das so: „Somit weisen die Höhen der bestehenden Dammkronen nicht mehr in allen Bereichen den vereinbarten Freibord von 1 m über dem HW-100 auf“.
Im Amtsblatt der Gemeinde Goldwörth liest sich das so: „Somit weisen die Höhen der bestehenden Dammkronen nicht mehr in allen Bereichen den vereinbarten Freibord von 1 m über dem HW-100 auf“

Nachdem wir davon ausgehen können, dass die Dämme nicht niedriger geworden sind, wird wohl der bei Hochwasser zu erwartende Wasserspiegel gestiegen sein. Das dürfte aber nicht sein.

Weil laut  Artikel 40 der Bewilligung („… der Stauraum so zu erhalten ist, dass die projektsgemäßen [Wasser-]Spiegellagen nicht überschritten werden“) hätte nun der Kraftwerksbetreiber den ursprünglichen Zustand wieder herstellen müssen. Man hat aber nicht ausgebaggert, sondern stattdessen einfach die Dammkrone erhöht!

Nicht erhöht hat man aber die Oberkante der sogenannten Überströmstrecken bei Landshaag und Brandstatt über die bei Hochwasser Wasser kontrolliert in das Eferdinger Becken fließen soll.  Das war offensichtlich ein Fehler, denn es kam 2013 in diesem Bereich zu einem Dammbruch (siehe Bericht „Übermäßige Strömung ins Eferdinger Becken“ auf Seite ), was natürlich zur Folge hatte, dass 2013 dort wesentlich mehr Wasser ins Eferdinger Becken geflossen ist, als in der wasserrechtlichen Bewilligung vorgesehen ist.

Interessantes Detail am Rande: Die Änderung der WBO Ottensheim und der WBO Asten wurde 2008 vom Lebensministerium im selben Bescheid (BMLFUW-UW.4.1.11/0129-I/6/2008) bewilligt.

Zusammengefasst heißt das Folgendes:

  1. Es kann mehr Wasser ins Eferdinger Becken fließen als früher, weil die Wasserspiegellagen bei Hochwasser an dieser Stelle höher sind als bisher.
  2. Es kann weniger Wasser abfließen, weil die neue WBO Asten den Rückstau verstärkt
  3. Ergebnis ist eine künstliche Verschärfung der Hochwassergefahr im Eferdinger Becken  

Was ist zu tun?

Herstellung der alten Wasserspiegellagen im Stauraum Ottensheim-Wilhering.

Wir fordern, dass die Bestimmungen der Wasserrechtlichen Bewilligung zur Errichtung des Kraftwerks eingehalten werden (in Artikel 40 wird festgelegt, dass „der Stauraum so zu erhalten ist, dass die projektsgemäßen [Wasser-]Spiegellagen nicht überschritten werden“). Das bedeutet, dass Anlandungen entfernt werden müssen (Absaugung, Baggerungen).

Sedimente bringen bei gleicher Absenkung am Kraftwerk höhere Wasserspiegel stromauf (insbesondere bei den Überlaufstrecken)
Schema: Sedimente bringen bei gleicher Absenkung am Kraftwerk höhere Wasserspiegel stromauf (insbesondere bei den Überlaufstrecken)

Ebenfalls ist das Stauziels im Stauraum KW Asten/Abwinden auf das Niveau vor 2008 zu senken. Umbau der Überströmstrecke bei der Steyregger Au (Absenkung der Oberkante) damit völlig ohne Risiko für Linz und ohne katastrophale Folgen für das Eferdinger Becken Hochwasser in die Steyregger Au abließen kann.

Wirkungsbeweis

Sichtbarer Beweis dafür, dass die geänderte Wehrbetriebsordnung beim Kraftwerk Ottensheim 2013 massiv zur Flutung des Eferdinger Beckens beigetragen hat indem wesentlich mehr Wasser ins Eferdinger Becken geflossen ist, als etwa 2002, sind die starken Beschädigungen des Damms bei den sogenannten den Überströmstrecken die nach Augenzeugenberichten mehrere hundert Meter lang waren.

Die Strömung war offensichtlich wesentlich stärker als bei allen anderen Hochwässern vor 2008. So ist sicherlich wesentlich mehr Wasser ins Eferdinger Becken geflossen.

Dass es in Ottensheim zu einem Rückstau gekommen sein muss, beweisen Augenzeugenberichte aus Goldwörth (die Personen sind uns namentlich bekannt): „Der Pesenbach hat bei der Brücke Bachstrasse um ca. 4,00 Uhr am Montag die Fließrichtung umgekehrt.“ Ähnliche Berichte gibt es vom Innbach in Alkoven. Dieser Rückstau hängt ursächlich mit der Steuerung des (unterhalb von Ottensheim liegenden) Kraftwerks Asten/Abwinden zusammen.

Die Aussage eines Sprechers des Verbunds, der Rückstau von Asten würde gar nicht nach Ottensheim zurückreichen ist falsch (auf der Website des Hydrographischen Dienstes OÖ heißt es „Der Pegel liegt seit 1979 im Staubereich des Kraftwerkes Abwinden-Asten.“
(auf der Website des Hydrographischen Dienstes OÖ heißt es „Der Pegel liegt seit 1979 im Staubereich des Kraftwerkes Abwinden-Asten
Der Original-Link zu dieser Webseite lautet(e): http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/Pegeltext3_DEU_HTML.htm

Aber das wissen auch alle Benützer der dortigen Rollfähre, die bei niedrigen Wasserständen sehr oft mit Motor fahren muss, weil eine Strömung wegen dem Rückstau von Asten und einer Vertiefung des Flussbettes kaum mehr vorhanden ist.

Wer ist verantwortlich für die Umsetzung?

Das Lebensministerium (BM Rupprechter) ist dafür zuständig, den Kraftwerksbetreibern vorschreiben in den Wehrbetriebsordnungen wieder auf die vor 2008 geltenden Stauzielen zurückzukehren.

Das Lebensministerium ist auch dafür verantwortlich die Einhaltung von Art. 40 der Wasserrechtlichen Bewilligung des KW Ottensheim einzufordern.

Wir gehen davon aus, dass es zu der Erhöhung der Stauziele bzw. Wasserspiegellagen nur deshalb gekommen ist, weil sich der Kraftwerksbetreiber das Ausbaggern von Sedimenten ersparen wollte, wozu er laut Wasserrechtlicher Bewilligung jedoch verpflichtet ist. Das bildet die rechtliche Grundlage für Forderungen der Behörde.

Sollte für die Änderung der Stauziele eine Baggerung der Schiffahrtsrinne erforderlich sein, so ist diese Verpflichtung vom BMVIT (BM Stöger) einzufordern.