Forderung 3:

Stauräume ausbaggern
(Verpflichtungen aus Bewilligungen einfordern)

Warum brauchen wir diese Lösung?

Alle Flüsse transportieren Schotter, Sand und Schlamm mit sich. In den Stauräumen der Kraftwerke setzt sich das Geschiebe ab und wird nur bei Hochwasser weitertransportiert. Über die Jahre sind große Teile der Stauräume verlandet: siehe Alle Flüsse transportieren Schotter, Sand und Schlamm mit sich. In den Stauräumen der Kraftwerke setzt sich das Geschiebe ab und wird nur bei Hochwasser weitertransportiert. Über die Jahre sind große Teile der Stauräume verlandet

Die Kraftwerksbetreiber, die seit der Entstaatlichung gewinnorientiert arbeiten und die Behörde „Via Donau“ fühlen sich nur dafür verantwortlich, dass die Fahrtrinne für die Schifffahrt frei bleibt. Die Verlandung der Stauräume hat aber drei negative Effekte:

  • Es geht damit wertvolles Volumen, das zur Dämpfung von Hochwässern genutzt werden kann, verloren.
    Reduktion der Hochwasser-Rückhalte-Kapazität durch Sedimente
    Schema: Reduktion der Hochwasser-Rückhalte-Kapazität durch Sedimente

  • Da sich bei Hochwasser hauptsächlich der Schlamm aufwirbelt (die sogenannten Feinsedimente), lagert sich dieser in oft meterhohen Schichten auf den überschwemmten Flächen ab. Deren Beseitigung erfordert hohe Kosten. So hat Klosterneuburg vom Verbund dafür 540.000 Euro eingeklagt. Siehe Da sich bei Hochwasser hauptsächlich der Schlamm aufwirbelt (die sogenannten Feinsedimente), lagert sich dieser in oft meterhohen Schichten auf den überschwemmten Flächen ab. Deren Beseitigung erfordert hohe Kosten

  • Drittes Problem: In den Auwäldern kann der Schlamm nicht beseitigt werden. Dadurch wird das Gelände mit jedem großen Hochwasser höher. Bei Überschwemmungen breitet sich das Wasser immer weiter ins Hinterland und damit in die Siedlungen aus. Es geht auch Rückhaltevolumen verloren und zusätzlich wird die Versickerung in den Schotteruntergrund gehemmt .

Was ist zu tun?

Die Sedimente in den Stauräumen müssen auch an Inn und Donau regelmäßig entfernt werden.

Das kann durch Baggerungen geschehen oder nach der Absaugmethode, die über mehrere Jahre an der Drau erfolgreich zum Einsatz kam. Derartige Saugschiffe sind transportabel, sodass sie auch am Inn zum Einsatz kommen können. Siehe: Saugschiff an der Drau im Einsatz
 
Vor rund sieben Jahren begannen Mitarbeiter des Meister Wasserbaus mit dem entfernen sogenannter Anlandungen im Flussbett der Drau. Im April konnten die Arbeiten im Stauraum des Kraftwerks Rosegg vorläufig beendet werden. Zum Einsatz war ein sogenanntes Saugschiff gekommen

Auch eine gezielte und vorbeugende Stauraumspülung, z.B.: bei kleinen Hochwässern für die gesamte Kraftwerkskette kann die Sedimentablagerung reduzieren.

Wirkungsbeweis

Dass es wichtig ist, die Stauräume laufend auszubaggern, zeigt die Erfahrung: Nach dem Bau der Kraftwerke Aschach und Ottensheim hat es im Eferdinger Becken vierzig Jahre lang kein großes Hochwasser gegeben.

In der Klage der Stadt Klosterneuburg wird auch ausgeführt, dass sich früher nach Hochwasser weitaus weniger Schlamm abgelagert hat.

Stauraum-Spülungen sind kein Nachteil für die Unterlieger, denn was in den Stauräumen liegen bleibt,  fehlt  unterhalb von Wien: die Hainburger Au trocknet aus und die Grundwasserspiegel sinken, weil sich die Donau wegen Mangel an Nachschub an Sedimenten immer tiefer eingräbt: Siehe Ein Kernproblem des Nationalparks ist die fortschreitende Eintiefung der Donausohle


Wer ist verantwortlich für die Umsetzung?

Es ist erforderlich, dass das Lebensministerium (BM Rupprechter) den Kraftwerksbetreibern die Entfernung von Sedimenten durch Baggerungen oder Absaugung vorschreibt.

Rechtliche Ansatzpunkte sind die wasserrechtlichen Bewilligungen der Kraftwerke. Da heißt es etwa für Ottensheim „Der Stauraum ist durch rechtzeitig vorgenommene Baggerungen  so  zu erhalten, dass die projektsgemäßen [Wasser]Spiegellinien bei den verschiedenen Abflüssen nicht überschritten werden.“

Und weiter „und dass gegenüber dem bisherigen Zustand keine Verschlechterung - insbesondere durch Ablagerung von Geschiebe- und Schwebstoffen - eintritt, die geeignet ware, … und die Hochwasser- und Eisabfuhr nachteilig zu beeinflussen.“ (vgl. Abschnitt 40 in der Wasserrechtlichen Bewilligung: Rechtliche Ansatzpunkte sind die wasserrechtlichen Bewilligungen der Kraftwerke