Über unsere 7 Fragen an den Gemeinderat Goldwörth hat sich hier eine lebhafte, zum Teil auch emotionale Diskussion entwickelt. Wir möchten an dieser Stelle die Emotionen beiseite lassen und die Sachfragen zusammenfassen bzw. beantworten.

1. Warum war bei der betreffenden Sitzung des Gemeinderats niemand von der Initiative anwesend?

Ganz einfach. Wir wurden nicht informiert, dass das Thema auf der Tagesordnung stand. BM Müllner hat bei unserem letzten Gespräch gemeint, dass er mit der Entscheidung noch zuwarten möchte.

2. Warum haben wir die 7 Fragen gestellt?

Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass ein Gemeinderat absichtlich den Niedergang seiner Gemeinde einleiten will. Wir billigen den Gemeinderäten auch zu, dass sie manchmal auch unpopuläre Entscheidungen treffen müssen, weil es wichtige Gründe dafür gibt. Das wollen wir aber wissen.

3. Warum haben wir an den Gemeinderat appelliert den Beschluss aufzuheben?

Sollte die Entscheidung zustande gekommen sein, weil die Gemeinderäte einseitig oder nur lückenhaft informiert waren, oder unter Zwang gehandelt haben, dann ist es natürlich notwendig den Beschluss umgehend aufzuheben. „Wir wissen, dass es ein Fehler war, aber ändern damma nix!“ wäre wohl die schlechteste Variante.

4. Ist ein Appell zum Handeln demokratisch?

Ja. Ein Appell zwingt zu nichts, außer zum Nachdenken.

5. Tut uns die Entscheidung des Gemeinderats weh?

Ja, selbstverständlich. Wir werden nicht gern enteignet und es überrascht uns immer wieder, dass es anscheinend Personen gibt, denen das nichts ausmacht.

6. Will die Initiative verunsichern?

Ja. Wo der Irrtum vorherrscht und sich Menschen in falscher Sicherheit wiegen, ist das unbedingt notwendig.

7. Was können kleine Gemeindepolitiker machen, denen angeblich das "Messer" seitens Land OÖ "angesetzt wurde"?

Unsere Fragen beantworten und die Bürger informieren, wie dieses "Messer" aussieht! Mit den Betroffenen zusammen an einem Strang ziehen.

8. Gibt es einen Konsens mit dem jeder leben kann?

Nein, offensichtlich nicht. Es gibt eine Minderheit an Personen (2-3 Familien) gibt, die schon seit langem entschlossen ist, abzusiedeln. Diese Minderheit ist offensichtlich so reich, dass sie absiedeln kann - koste es was es wolle. Da diese Menschen auch nicht abwarten wollen bis die Pläne zum Hochwasserschutz am Tisch liegen und sich freuen, dass der Beschluss, der für die Mehrheit der Menschen die Enteignung ihres sauer verdienten Gelds bedeutet, schon jetzt getroffen wurde, macht einen Konsens leider unmöglich. Wir setzen uns daher für jene 78% - also die satte Mehrheit ein - die mit dem Entvölkerungsplan *nicht* einverstanden sind.

9. Können wir die Masse mobilisieren um bei der Landesregierung etwas zu erreichen?

Wir arbeiten daran! Leider gibt es noch zu viele Einwohner im Eferdinger Becken, die entweder denken nicht betroffen zu sein, die einfach die Augen verschließen oder die die zynische Salamitaktik des Entvölkerungsplans noch nicht durchschaut haben. Daher ist Informationsarbeit wichtig. Aus diesem Grund laden wir jeden ein in der Initiative aktiv mitzumachen!

10. Werden Betroffene wirklich gezwungen abzusiedeln?

Wer weder einen mit seiner Liegenschaft besicherten Kredit laufen hat und auch reich genug ist, dass er sein Haus immer wieder renovieren kann, wenn das Überflutungsgebiet auch regelmäßig als solches genutzt wird, der kann sich das Dableiben leisten.

Wer nicht so reich ist und einen Kredit laufen hat, der nur mit seinem Haus und Grundstück besichert ist, für den wird es eng, wenn er die Absiedlungs“förderung“ nicht annimmt. Denn dann wird sich die Bank fragen, wie sie denn damit umgehen soll, dass ihr Pfandrecht aufs Haus vielleicht nur mehr die Hälfte wert ist. Zudem ist das Pfandrecht aufs Grundstück wegen dem Bauverbot praktisch völlig wertlos.

11. Glaubt Ihr im Ernst, dass es soweit kommt, dass der ganze Ort abgesiedelt wird?

Wenn wir uns nicht wehren: Ja! Herr Landesrat Anschober hat ganz klar gesagt: „Über die violette Zone wird erst entschieden. Es kann sein / ist sehr wahrscheinlich, dass die gelbe Zone noch ausgeweitet wird.“

12. Sind laufende Kredite für Absiedler wirklich kein Problem?

Ja. Wer reich genug ist, hat natürlich kein Problem. Wer also jeden Monat 1000€ zusätzlich zurückzahlen kann oder reich genug ist, dass er sich das neue Grundstück auch ohne Absiedlungs“Förderung“ leisten kann, hat wahrscheinlich kein Problem.
 Alle anderen aber müssen den Banken erklären, dass der Wert ihrer Sicherstellung ab sofort wertlos ist.

Was Kredite von Senioren betrifft, kann man etwa hier nachlesen:
PVÖ-Glatz: Keine Kredite für ältere Menschen?