Presseaussendung Nr. 11 der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken

13.4.2015

Offizielle Stellungnahme des BMLFUW bestätigt die Kritik der Initiative an der Wehrbetriebsordnung des Kraftwerks Asten-Abwinden

Linz/Wien. Nun ist es sozusagen amtlich. Ein Fehler in der Wehrbetriebsordnung des Donaukraftwerks Asten-Abwinden hat beim Donau Hochwasser 2013 die Überflutung des Eferdinger Beckens wesentlich verschärft. In einer Stellungnahme des BMLFUW (Lebensministerium) an die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken bestätigt der Amtssachverständige, dass die 2008 durchgeführte Änderung der Wehrbetriebsordnung (WBO) des Kraftwerks tatsächlich auf unsicheren und fehlerhaften Annahmen beruht.

Diese Annahmen haben dazu geführt, dass man 2008 glaubte, man könne in Asten bei Hochwasser ohne Risiko für die oberhalb liegenden Gebiete 1m höher anstauen als es bis dahin vorgesehen war. Bedenken dagegen wurden mit Hinweis auf sogenannten „hydraulische Berechnungen“ abgewiegelt, die ergeben hätten, dass sich dieser Anstau in Ottensheim nicht mehr auswirken würde. So hat etwa Verbund-Sprecher Seidl in der ORF Sendung „Bürgeranwalt“ vom 31.5.2014, gemeint, dass sich dieser erhöhte Anstau im 27 km entfernen Ottensheim nicht mehr auswirken würde. 

Diese Aussage wurde nun vom Amtssachverständigen des BMLFUW widerlegt.

Tatsächlich hat dieser um 1m höhere Anstau in Asten zu einem Rückstau bis hinauf ins Eferdinger Becken geführt und hat in Ottensheim den Maximalpegel um 61cm erhöht. Diese Differenz wurde in dem angeführten Schreiben vom BMLFUW (siehe Ausschnitt unten) bestätigt.

Beim Hochwasser2013 konnte wegen diesem Rückstau das Wasser aus dem Eferdinger Becken über lange Zeit (über mehr als 24h) nicht abfließen. Augenzeugen berichteten sogar, dass sowohl der Pesenbach (im Norden) als auch der Innbach (im Süden des Eferdinger Beckens) ihre Fließrichtung umgekehrt haben. Damit wurde das Eferdinger Becken nicht nur von oben, sondern gleichzeitig auch von unten überflutet, wodurch die Situation natürlich dramatisch verschärft wurde.  

Darüber hinaus bestätigt der Amtssachverständige in seiner Stellungnahme, dass Vorausberechnungen von Wasserständen im Hochwasserfall, Zitat: „zwangsläufig mit größeren Unsicherheiten behaftet sind“, was sich durch die nunmehr bestätigte Differenz von 61cm beim Hochwasser 2013 praktisch und deutlich gezeigt hat.

Es bedeutet aber auch, dass bei der Einführung des um 1m höheren Anstaus 2008 mit zwangsläufig unzulässig, da unsicheren Argumenten beschwichtigt wurde.   

Die Initiative bekräftigt daher, die schon im Rahmen der großen Kundgebung vom 28.2. in Linz erhobene Forderung, dass die fehlerhafte WBO sofort durch die Vorversion zu ersetzen ist.

Für die Betroffenen im Eferdinger Becken bedeutet es „Gefahr in Verzug“ solange dieser Fehler in der WBO nicht korrigiert ist. Denn beim nächsten Hochwasser kann es sofort wieder zu dem gleichen Effekt kommen.

Dieser zu hohe Anstau hat sich beim Hochwasser 2013 natürlich auch auf den Pegelstand in Linz ausgewirkt. Aus den der Initiative vorliegenden Informationen ergibt sich, dass er sich beim Pegel Linz um 71 cm ausgewirkt hat. Der Fehler in der WBO Asten führt damit auch zu einem unnötigen Hochwasser-Risiko für das Stadtgebiet von Linz und die Industriegebiete.

 Dieses erhöhte Risiko hat offensichtlich auch die VOEST dazu bewogen, intensiv in den Hochwasserschutz am Werksgelände zu investieren. Ein entsprechendes Projekt wurde am 15.2. 2015 behördlich verhandelt.

Die jüngste Revision der Wehrbetriebsordnung, die vom Verbund 2014 beantragt worden ist, und die sich derzeit in Verhandlung befindet, enthält übrigens den gleichen Fehler wie die Version aus 2008.

  

Rückfragen:

Dr. Gerald Zincke, Sprecher der Initiative, +43 680 2181240
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Quellen:

Stellungnahme des BMLFUW im Original: http://www.hochwasserschutz-eferdinger-becken.at/images/Dokumente/Unleserlich.pdf 

Ausschnitt aus Seite 2 der Stellungnahme des BMLFUW:

Faksimile 

 

 

Bürgeranwalt 31.5.2014 – ab Minute 24:45 - https://www.youtube.com/watch?v=sDq9iQnynfc&feature=youtu.be

Hochwasserschutzprojekt der VOEST: 

http://www.boerse-express.com/pages/1509583/newsflow
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/141366.htm

Webseite der Initiative:

www.hochwasserschutz-eferdinger-becken.at