Verwirrung von Amts wegen
(und auf Kosten des Steuerzahlers)

Das Amt der OÖ Landesregierung beauftragt eine Firma PÖYRY (zu 25% im Eigentum des Verbund) mit einer Untersuchung zum Thema: " Hochwasser 2013 - Hydrologische Analyse und Modellierung - Prioritäre Fragen zum Eferdinger Becken" (hier). So etwas interessiert uns natürlich!

Dort lesen wir im Abschnitt "Analysen zum Einfluss des Kraftwerk Abwinden-Asten" wo die WBO 2008 mit der vorigen Version verglichen wird, den folgenden Satz: "Zusammenfassend ergibt sich der berechnete Einfluss bei den Pegeln Wilhering und Ottensheim im Bereich des Hochwasserscheitels mit etwa 1,5 cm". Und offensichtlich hat auch Hr. Landesrat Anschober diesen Satz gelesen, denn er hat ihn im Material zu seiner Pressekonferenz vom 10.2.2015 gleich zitiert (allerdings ohne damals die Quelle zu nennen, die wie wir jetzt wissen offensichtlich der o.g. PÖYRY Bericht war) .

AHA, wird sich der eilige Leser, denken: "Was will denn diese Initiative dauernd mit ihren 61 cm ? Eh alles in Ordnung mit der WBO 2008 ! Die Experten haben doch recht gehabt." (hier nachlesen, was es mit den 61cm auf sich hat) 

Naja, denkt sich der geübte (oft genug für dumm verkaufte) Bürger. Lasst uns die Sache lieber mal ein wenig genauer lesen.

Und was findet er da? Die Firma PÖYRY vergleicht nicht die tatsächlichen Auswirkungen der WBO 2008 beim Hochwasser 2013 mit dem was gewesen wäre, wenn 2013 noch die alte WBO verwendet worden wäre. Nein, sie vergleicht nur zwei theoretische Rechenmodelle.

Und diese Rechenmodelle rechnen auch noch falsch. Den Pegel Linz stellen beide mit etwa 256,5 m.ü.A. dar.

 

Tatsächlich war der aber einen halben Meter höher (war in Wahrheit 257,01 m.ü.A. nachzulesen etwa hier ).

In Wahrheit sagt dieser Bericht nur, dass die Fa. PÖYRY zwei falsche Modelle hat, die den eklatanten Fehler in der WBO nicht darstellen können.

Auf gut Deutsch: Diese Untersuchung sagt GAR NICHTS für uns Wichtiges aus.

HALT: Das stimmt nicht. Sie sagt uns doch etwas. Nämlich, dass das Amt der OÖ Landesregierung Steuergeld für eine Untersuchung ausgibt, die dazu geeignet ist:

  • Politiker und die Öffentlichkeit zu verwirren indem
  • sie verschleiert, dass die WBO 2008 unbedingt korrigiert werden muss, weil Gefahr in Verzug ist!

Was wir allerdings nicht wissen: warum ein Amt so etwas in Auftrag gibt. Dass es nur darum gehen soll, dem Autor der WBO 2008, Herrn Ministerialrat Flicker einen Gesichtsverlust zu ersparen, können wir uns nicht vorstellen.

(hier die Untersuchung zum Nachlesen)