Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe mich bereits mit der  Petition vom 4. November 2013 gegen die von der Landesregierung am 21. Oktober 2013 beschlossene Absiedlungszone für das Eferdinger Becken ausgesprochen und  dafür plädiert, einen „Marschallplan“ für die vom Hochwasser betroffenen Familien zu beschleißen, der allen, die ihr Anwesen nicht verlassen wollen, die faire Chance  bietet, auch weiterhin in ihren Häusern  bleiben zu können. Diese Petition war einige Zeit auch auf der Hochwasser- Homepage zu finden.
 
Da ich ein Grundstück in der „Absiedlungszone“ besitze, wurde ich von der Gemeinde zur geplanten Änderung des Flächenwidmungsplans Nr. 3 (Änderung Nr. 14) eingeladen, eine Stellungnahme abzugeben.
Ich habe  die beabsichtigte Änderung des Flächenwidmungsplans der Gemeinde Goldwörth im Zusammenhang mit dem Hochwasser 2013 u. a. aus folgenden Gründen abgelehnt:

{C}a)        Durch die geplante Änderung Nr. 14 wird das Gemeindegebiet von Goldwörth jedenfalls in zwei Zonen geteilt, wobei die Bewohner der „Schutzzone Überflutungsgebiet“ de facto weitgehend von künftigen Entwicklungen, insbesondere im bautechnischen Bereich ausgeschlossen werden.
{C}b)        Mit der geplanten Festschreibung der „Schutzzone Überflutungsgebiet“ sendet die Gemeinde ein katastrophales Signal nach außen. Die Kraftwerksbetreiber können sich künftig bei Flutung des Gemeindegebietes in ihrer Rechtfertigung darauf berufen, dass der Gemeinderat von Goldwörth selbst Teile der Gemeinde als Überflutungsgebiet (Katastrophengebiet) bezeichnet bzw. ausgewiesen hat.
{C}c)        Unabhängig davon, ob oder wann in unserer Gemeinde wieder ein vergleichbares Hochwasserereignis eintritt, wird allein durch die zur Diskussion stehende 14. Änderung des Flächenwidmungsplans ein eklatanter Fall nicht nur der Immobilien-,  sondern auch der Grundstückspreise eintreten. Der Preisverfall wird sich nicht nur auf die Baugrundstücke beschränken.

Irreführend ist für mich auch der Titel der Flächenwidmungsplanänderung. Durch die Bezeichnung „Schutzzone Überflutungsgebiet“ wird suggeriert, dass der ausgewiesne Bereich bzw. dessen Bewohner geschützt werden. Die Realität sieht aber anders aus.
 
Liebe Grüße
Gerhard Rammerstorfer