Presseaussendung Nr. 14 der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken

5.6.2014

Hydrographischer Dienst OÖ: Feuertaufe nicht bestanden

Sieben Tote mahnen: Hochwasser-Info ist sicherheitskritische Infrastruktur

Achleiten, Schärding, Linz -  5.6. 2016.  Das von der OÖLRG erst Anfang April vorgestellte neue Hochwasser-Infosystem des hydrographischen Dienstes, erlebte nach den schweren Regenfällen und Katastrophenalarmen und der folgenden Hochwasserwelle in der Nacht zum Donnerstag seine erste Feuertaufe. Aus Sicht der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken hat dieses sicherheitskritische System diese nicht bestanden. Die Daten offenbarten trügerische Sicherheit, kamen zu spät und waren widersprüchlich.

Informationssysteme wie das des Hydrographischen Dienstes der OÖ LRG gehören zur sicherheitskritischen Infrastruktur. Wie die Katastrophe in Bayern gezeigt hat, hängen Leben und Tod der Betroffenen von zeitgerechter und korrekter Information über den Hochwasserverlauf ab.

Die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken kritisiert daher seit Jahren mit Nachdruck Fehler, häufige, oft tagelange Ausfälle und Mängel im OÖ System. Bereits im Oktober 2014 wurde dem damaligen Landesrat Anschober ein umfangreicher Mängelbericht (http://www.hochwasserschutz-eferdinger-becken.at/index.php/presse-infos-download-bereich/174-keinerkriegtdashochwassermit) vorgelegt.

Nun wurde im April 2016 von Nachfolger Landesrat Podgorschek ein neues Info-System der Öffentlichkeit präsentiert. Ausfälle sind seither zwar selten geworden, aber die jüngste Hochwasserwelle zeigte sehr deutlich, dass das neue System noch immer schwere Mängel aufweist, die mit Anforderungen an eine sicherheitskritische Infrastruktur nicht vereinbar sind.

Konkret kritisieren wir:

  • Das Online-System vermittelte trügerische Sicherheit durch Anzeige fallender Prognosen, während die Behörde schon wusste, dass die Pegel noch erheblich steigen werden.
  • Messdaten wurden und werden in OÖ mit 30 bis 50 Minuten Verspätung angezeigt. In Bayern etwa geht das bis zu 10x schneller/aktueller
  • Das OÖ System verunsichert mit falschen Uhrzeiten
  • Es gibt rätselhafte Differenzen von Pegeldaten auf der Bayrischen und OÖ Webseite
  • Prognosedaten werden Betreibern von Warn-Apps nicht zur Verfügung gestellt
  • Weiterhin kommt es zu Pegel-Ausfällen. Am 5.6. 2013 um 8h waren 9 Pegelstellen ausgefallen, obwohl alle mit doppelten Datenverbindungen ausgestattet sein sollten.

Das sind eindeutig Mängel im System, die wir identifizieren und beweisen können. Als Anrainer fragen wir uns: Auf was können wir uns angesichts dessen verlassen? Wie viele weitere Fehler gibt es noch?

Die Hochwasserwelle vom 1.6. 2016 war an der Donau relativ niedrig. Aber schon morgen können wieder schwere Regenfälle einsetzen und da brauchen die Anrainer ein funktionierendes System. Dass nicht die Prognosedaten sondern nur die (mindestens ½ h alten) Messwerte heruntergeladen werden können, hat zur Folge, dass an sich sinnvolle Werkzeuge wie die Handy-App „Pegelalarm“ http://www.pegelalarm.at/  die Prognose nicht nutzen können und so die Bevölkerung erst 48h später warnen können. Dann ist es oft schon zu spät.

Es besteht also weiterhin dringender Handlungsbedarf beim hydrographischen Dienst. Oder müssen erst noch in OÖ Menschen sterben, damit die Landesregierung erkennt, dass dieses System zur sicherheitskritischen Infrastruktur gehört?

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Nationaler Hochwasser Risikomanagementplan

Initiative erarbeitet umfangreiche Stellungnahme.

Der nationale Hochwasser-Risikomanagementplan soll beschreiben, wie in Österreich in Zukunft mit dem Hochwasser-Risiko umgegangen wird. Das ist für uns alle von grundlegender Bedeutung!

Im Zuge dieser Planung werden Karten mit Gefahrenzonen erstellt, die in Zukunft ausschlaggebend für Baugenehmigungen sein werden.

 

Es werden da auch Prioritäten für Maßnahmen definiert. Dabei fällt etwa auf, dass OÖ das einzige Bundesland ist, dass der Maßnahme "Absiedlung" Priorität 2 zuordnet. Alle anderen Bundesländer sehen Absiedlung als mit Priorität 3 oder gar keiner Priorität!

Details und die Pläne dazu sind auf der Homepage des Lebensministeriums zu finden.

Wir haben uns dieses umfangreiche Dokument genau angesehen und eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen erarbeitet. Zum Beispiel ein grundsätzliches, grundlegendes Problem, das den gesamten Risikomanagementplan betrifft. 


Vergleiche etwa Abschnitt 3.5.1
: … Die 391 APSFR umfassen ca. 66.000 ha (HQ30), 90.000 ha (HQ100 ) bzw. 125.000 ha (HQ300) – da die Grenzen der APSFR offensichtlich nach den Hochwasser-Anschlaglinien definiert sind, fehlt hier eine wichtige Grundlage, nämlich die Methodik

-          wie im entsprechenden Gebiet definiert wird, was ein HQXX ist,

-          wie es bestimmt wird und

-          wie dessen Definition aktualisiert wird.

Ein- und dasselbe HW Ereignis wird sowohl regional als auch abhängig von den Quellen unterschiedlich eingestuft und oft nachträglich geändert. Ohne eine klare, einheitliche Methodik, ist etwa die  Bezeichnung HQ100 allein, als Grundlage einer Planung aus der sich rechtsverbindlichen Normen ergeben sollen, völlig ungeeignet.

Probleme sehen wir auch in folgenden Abschnitten:

Mehrere Abschnitte:  Auf englische Akronyme wie „APFSR“ sollte in einem Dokument, das sich an die Öffentlichkeit richtet, verzichtet werden

Abschnitt 3.4.1: … Datengrundlagen für Hochwassergefahrenkarten stammen aus folgenden Quellen:

•             Abflussuntersuchungen (ABU)9

•             Gefahrenzonenausweisungen gemäß den geltenden Richtlinien der BWV10

•             Gefahrenzonenpläne gemäß § 11 Forstgesetz 197511

•             Hochwasserrisikozonierung Austria (HORA12).

Es ist nicht nachvollziehbar,

-          nach welcher Methode diese Daten zusammengeführt werden. Insbesondere,

-          nach welcher Methode vorgegangen wird, wenn sie die Quellen widersprechen und

-          wie man mit Datenlücken umgeht.

(Verantwortliche der OÖLRG bezeichnen die Datenqualität im System HORA als „Horror“)

….Überflutungsflächen und Wassertiefen nach pragmatischer Methode WLV – es ist nicht definiert bzw.  wie diese Methode aussieht

Überflutungsflächen nach Experteneinschätzung BWV – Es ist nicht nachvollziehbar, dass Schätzungen als harte Daten eingestuft werden

… Pragmatische Methode BWV  zur Füllung von Datenlücken   – es ist nicht definiert und daher nicht nachvollziehbar, was diese Methode ist

Hier gesamten Text der Stellungnahme weiterlesen.

Stellungnahmen der Anderen sind hier nachzulesen. Wir sind schon gespannt, ob zum Beispiel von unserer Landesragierung noch etwas kommt!

Presseaussendung Nr. 11 der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken

13.4.2015

Offizielle Stellungnahme des BMLFUW bestätigt die Kritik der Initiative an der Wehrbetriebsordnung des Kraftwerks Asten-Abwinden

Linz/Wien. Nun ist es sozusagen amtlich. Ein Fehler in der Wehrbetriebsordnung des Donaukraftwerks Asten-Abwinden hat beim Donau Hochwasser 2013 die Überflutung des Eferdinger Beckens wesentlich verschärft. In einer Stellungnahme des BMLFUW (Lebensministerium) an die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken bestätigt der Amtssachverständige, dass die 2008 durchgeführte Änderung der Wehrbetriebsordnung (WBO) des Kraftwerks tatsächlich auf unsicheren und fehlerhaften Annahmen beruht.

Diese Annahmen haben dazu geführt, dass man 2008 glaubte, man könne in Asten bei Hochwasser ohne Risiko für die oberhalb liegenden Gebiete 1m höher anstauen als es bis dahin vorgesehen war. Bedenken dagegen wurden mit Hinweis auf sogenannten „hydraulische Berechnungen“ abgewiegelt, die ergeben hätten, dass sich dieser Anstau in Ottensheim nicht mehr auswirken würde. So hat etwa Verbund-Sprecher Seidl in der ORF Sendung „Bürgeranwalt“ vom 31.5.2014, gemeint, dass sich dieser erhöhte Anstau im 27 km entfernen Ottensheim nicht mehr auswirken würde. 

Diese Aussage wurde nun vom Amtssachverständigen des BMLFUW widerlegt.

Tatsächlich hat dieser um 1m höhere Anstau in Asten zu einem Rückstau bis hinauf ins Eferdinger Becken geführt und hat in Ottensheim den Maximalpegel um 61cm erhöht. Diese Differenz wurde in dem angeführten Schreiben vom BMLFUW (siehe Ausschnitt unten) bestätigt.

Beim Hochwasser2013 konnte wegen diesem Rückstau das Wasser aus dem Eferdinger Becken über lange Zeit (über mehr als 24h) nicht abfließen. Augenzeugen berichteten sogar, dass sowohl der Pesenbach (im Norden) als auch der Innbach (im Süden des Eferdinger Beckens) ihre Fließrichtung umgekehrt haben. Damit wurde das Eferdinger Becken nicht nur von oben, sondern gleichzeitig auch von unten überflutet, wodurch die Situation natürlich dramatisch verschärft wurde.  

Darüber hinaus bestätigt der Amtssachverständige in seiner Stellungnahme, dass Vorausberechnungen von Wasserständen im Hochwasserfall, Zitat: „zwangsläufig mit größeren Unsicherheiten behaftet sind“, was sich durch die nunmehr bestätigte Differenz von 61cm beim Hochwasser 2013 praktisch und deutlich gezeigt hat.

Es bedeutet aber auch, dass bei der Einführung des um 1m höheren Anstaus 2008 mit zwangsläufig unzulässig, da unsicheren Argumenten beschwichtigt wurde.   

Die Initiative bekräftigt daher, die schon im Rahmen der großen Kundgebung vom 28.2. in Linz erhobene Forderung, dass die fehlerhafte WBO sofort durch die Vorversion zu ersetzen ist.

Für die Betroffenen im Eferdinger Becken bedeutet es „Gefahr in Verzug“ solange dieser Fehler in der WBO nicht korrigiert ist. Denn beim nächsten Hochwasser kann es sofort wieder zu dem gleichen Effekt kommen.

Dieser zu hohe Anstau hat sich beim Hochwasser 2013 natürlich auch auf den Pegelstand in Linz ausgewirkt. Aus den der Initiative vorliegenden Informationen ergibt sich, dass er sich beim Pegel Linz um 71 cm ausgewirkt hat. Der Fehler in der WBO Asten führt damit auch zu einem unnötigen Hochwasser-Risiko für das Stadtgebiet von Linz und die Industriegebiete.

 Dieses erhöhte Risiko hat offensichtlich auch die VOEST dazu bewogen, intensiv in den Hochwasserschutz am Werksgelände zu investieren. Ein entsprechendes Projekt wurde am 15.2. 2015 behördlich verhandelt.

Die jüngste Revision der Wehrbetriebsordnung, die vom Verbund 2014 beantragt worden ist, und die sich derzeit in Verhandlung befindet, enthält übrigens den gleichen Fehler wie die Version aus 2008.

  

Rückfragen:

Dr. Gerald Zincke, Sprecher der Initiative, +43 680 2181240
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellen:

Stellungnahme des BMLFUW im Original: http://www.hochwasserschutz-eferdinger-becken.at/images/Dokumente/Unleserlich.pdf 

Ausschnitt aus Seite 2 der Stellungnahme des BMLFUW:

Faksimile 

 

 

Bürgeranwalt 31.5.2014 – ab Minute 24:45 - https://www.youtube.com/watch?v=sDq9iQnynfc&feature=youtu.be

Hochwasserschutzprojekt der VOEST: 

http://www.boerse-express.com/pages/1509583/newsflow
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/141366.htm

Webseite der Initiative:

www.hochwasserschutz-eferdinger-becken.at

Drei Tage Hochwasser und keiner kriegt es mit?

Drei Tage Hochwasser und keiner kriegt es mit?

Seriöse Redakteure kommen zu uns, und hören lange zu

Die VERZWEIFLUNG der Politik mit der WAHRHEIT
Wenn man sich die ganz unten angeführten Artikel der Medien durchschaut, dann sieht man, wie ungefiltert in Österreichs Medienlandschaft die Presse-Aussendungen der Politik abgedruckt werden.

Keine Weiterentwicklung von echtem Hochwasserschutz in Sicht und Gefahr in Verzug.

Keine Weiterentwicklung von echtem Hochwasserschutz in Sicht und Gefahr in Verzug.

Fragen von Dr. Klaus Arthofer an die Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken

 

Antworten der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken

 

 


WIR WAREN IM MINISTERIUM

WIR WAREN IM MINISTERIUM
Als wir am Freitag beim Ministerium ankamen, waren wir sehr erstaunt über den langen Zeitraum, den uns die Ministerial-Beamten offenbar zugestanden hatten.

Hier geht's zum aktuellen Spendenstand ...


  • Leiste Deinen Beitrag für die gemeinsame Sache!

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des vergangenen Jahres 2014 ist wohl jene: „Wir müssen uns gemeinsam Gehör verschaffen, weil die Politik offenbar nicht willens ist, unsere Heimat vor dem Hochwasser zu schützen“.

Da bist jetzt konkret DU gefragt, DEINE BEITRAG zu leisten
. Wir haben dazu ein Sponsoring-Konto eröffnet:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir entnehmen jüngsten Pressemeldungen [4], [5], dass sich die VOEST gezwungen sieht, ein Hochwasserschutzprojekt für ihr Werksgelände einzureichen.
Wir sehen damit von unabhängiger Seite unsere Argumentation bestätigt, dass das Hochwasserrisiko unnötig verschärft wurde.

Offener Brief an Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer!

Liebe Betroffene, liebe Politiker, liebe Medien!

Folgendes Dokument ist das – von der Initiative Hochwasserschutz Eferdinger Becken bereits kommentierte – Schreiben des LR Anschober, mit dem uns die Politik OÖ am 19. 11.2014 überraschte!

OÖN(c) berichten über den

Die Krone(c) meint: