Initiative empfängt Delegation der Keio Universität Tokio 

Während unsere neue Landesregierung anscheinend noch darüber nachdenkt, wie in Sachen Hochwasserschutz für das Eferdinger Becken weiter verfahren werden soll - die für Oktober angekündigten Präsentationen der Planungsergebnisse für die Schutzbauten haben noch immer nicht stattgefunden - findet unsere Arbeit anderswo mehr und mehr Interesse.

Ja, ja der Prophet im eigenen Land....

Dieser Tage hatte sich eine Delegation der Keio Universität Tokio eingefunden, die sich ausführlich informieren wollte. In einem von Hr. Takeru Shibayama (dzt. TU Wien) organisierten 4-Stündigen Arbeitsgespräch informierten wir Prof. Dr. Tomohiro IchinoseProf. Dr. Tomoyuki Furutani und Dr. Satoru Itagawa über die geographische, hydrologische und politische Situation im Eferdinger Becken.

Bibliothek der 1858 gegründeten Keio Universität

 

Mit großem Interesse und Zustimmung wurden unsere Ausführungen zu  Maßnahmen unseres Masterplans verfolgt.  

Wir nutzten die Gelegenheit natürlich auch, uns über den Hochwasserschutz in Japan zu informieren. Die geographische Situation ist dort zwar meist anders als bei uns in Österreich (die Flüsse sind kürzer, haben mehr Gefälle und es gibt kaum Fluss-Schiffahrt), aber natürlich gibt es auch in Japan Probleme mit Hochwasser. 

Denen begegnet man wie anderswo auch mit Dämmen. Aber es werden, soweit es das dicht besiedelte Land zulässt, auch Flutpolder gebaut.

Die Vorabsenkung von Stauseen, die wir an der Donau schon seit langer Zeit einfordern, ist in Japan längst eine gängige Maßnahme zur Milderung von Hochwasser und Vermeidung von Überschwemmungen.

Sedimente werden in Japan aus den Stauräumen ausgebaggert bzw. abgesaugt. Das funktioniert zwar langsamer und in geringerem Ausmaß als es wünschenswert wäre, aber wird anders als bei uns (wo noch immer über das ob und wann diskutiert wird), immerhin in Angriff genommen.

Zum Teil hat man auch zu drastischen Maßnahmen gegriffen um das Hochwasserrisiko zu entschärfen. Zwei Flüsse wurden umgeleitet, sodass sie nicht mehr durch Städte fließen.

Das Frühwarnungssystem dürfte recht gut ausgebaut sein. Da Japan häufig von Erdbeben betroffen ist, ist die Bevölkerung entsprechend für Naturgefahren sensibilisiert. Die meisten Menschen haben Handy-Apps installiert, die mit den Warnzentralen verbunden sind, die (ähnlich wie unsere Zivilschutz SMS. Siehe http://www.zivilschutz-ooe.at/index.php?option=com_breezingforms&ff_form=10) auch über Hochwasser informieren. Die Hochwasser-Infosysteme funktionieren aber - anders als leider bei uns - sehr zuverlässig.

Trotz diverser sprachlicher Kommunikationshürden (Deutsch-Englisch-Japanisch) war es ein konstruktives, pragmatisches und aufschlussreiches Gespräch. Das Gleiche würden wir uns auch von unseren Behörden, allen voran von der neuen Landesregierung wünschen.